Stadtspiegel Bottrop 04. August 2004

Kunst an der Schule fördert Fähigkeiten

Hauptschule Lehmkuhle, die Projektschmiede

(HUNIE) Kunst gehört in der Hauptschule Lehmkuhle zum Unterrichtsprogramm. Und das nicht nur theoretisch. Schülerinnen, Schüler und fünf Lehrkräfte beschäftigen sich mit bildender Kunst in ihren vielfältigen Erscheinungsformen. Unterstützt werden sie dabei tatkräftig vom Kulturamt der Stadt Bottrop und von der Kulturwerkstatt.

Großformatige, überdimensionale Masken werden von einer Klasse gestaltet. Kopffüßler. Lehrkraft Gudrun Prenger und Kulturwerkstatt-Dozent Werner Bartelt-Brüggemeier vom Bottroper Figurentheater Sonstwo leiten dieses Projekt. Polyester, Maschendraht, Pappmaschee und Farbe, das sind die Materialien aus denen die Schülerinnen und Schüler n rund zehn Doppelstunden dien gewaltigen Gebilde formen. Eindrucksvolle Fabelwesen.
Die Schülerinnen und Schüler sind mit Feuereifer dabei. „Die Projekte sind lebendeiger als der normale Schulunterricht“, sagt Sascha. „Sie fordern und fördern die Kreativität unserer Schülerinnen und Schüler“, so Schulleiter Theodor Szweczyk.

Werbung für Märchentage

Im Frühjahr 2002 hatte die Schule den ersten Kontakt mit Kulturamt und Kulturwerkstatt. Von dieser Seite werden auch die möglichen Projekte vorgeschlagen. Lehrkräfte und Lernende entscheiden dann, welches der Projekte sie verwirklichen möchten. Die Klasse 9a bereitete bis zum Ferienstart die 9. Internationalen Bottroper Märchentage vor. Vehement warfen sich die Lernenden in das Projekt. Nicht minder engagiert war Lehrerin Maria Rech. „wir haben die Plakate und Broschüren für die Märchentage entworfen.“ Die Klasse hat unter Anleitung von Schauspieltrainerin Daniela Posada-Bangert das komplette Werbematerial für die Märchentage erstellt. Für die Prospekte gestalteten die Schülerinnen und Schüler Foto-Szenen, auf denen der Betrachter schnell erkennt, welches Märchen dargestellt wird.
Gerd Heinemann, Koordinator vom Kulturamt Bottrop: „Es ist erstaunlich, wie viel Kreativität in den Klassen steckt. So wurde etwa das Märchen Aschenputtel auf einem Foto dargestellt, auf dem nur drei Füße zu sehen sind und ein wunderschöner Damenschuh.“
In ähnlicher Weise produzierten die Schülerinnen und Schüler Szenen aus „Zwerg Nase“, „Rotkäppchen“ oder „Hänsel und Gretel“. Anleitung erhielten die Mitwirkenden von Daniela Posada-Bangert. „Dabei erfahren sie“, so Gerd Heinemann, „auch, wie knochenhart der Job eines Schauspielers oder eines Models sein kann.“ Im nächsten Schritt erstellten die Schülerinnen und Schüler der 9a einen Video-Film. „Unsere Vorgabe“, so Heinemann: „Er darf als fertiger Film nicht länger sein als 20 Minuten.“ Die Leitung übernahm das professionelle Video-Team Montevideo aus Bottrop. Die Ideen für die Rahmenhandlung, in die möglichst viel von den Märchentagen einfließen sollte, mussten jedoch die Schülerinnen und Schüler entwickeln. Im letzten Schritt wurde der Film im Studio geschnitten. Profis und Lernende arbeiteten dabei zusammen. Da ist Team-Arbeit gefordert. „Und“, so Maria Rech, „damit wird auch der Teamgeist geschult.“
Finanziert wird die Projektarbeit an der Schule Lehmkuhle in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt zum Teil durch Landeszuschüsse. Lehmkuhle/Ebel gehört zum Süden der Stadt Bottrop, der ins vom Land finanzierte Stadterneuerungsprogramm aufgenommen wurde. „Und natürlich gehört zur Erneuerung und Sanierung eines Stadtteils nicht zuletzt auch die Kultur“, so Gerd Heinemann.