WAZ 19. Dezember 2003

Kampf gegen Teufelsschlingen
Nachwuchs für Hexen und Zauberer am Vestischen Gymnasium

„Auf nach Hogwarts“ hieß es am Mittwochabend für die Theater-AG des Vestischen Gymnasiums. Die Hexen und Zauberer der Jahrgangsstufe 7 luden ihr Publikum ins Forum zu einer Reise in eine magische Welt ein. Kämpfen gegen giftige Teufelsschlingen? Schreiende Bücher zum Schweigen bringen? Kein Problem, vorausgesetzt man heißt Harry Potter. Die Welt des zurzeit wohl beliebtesten Zauberschülers faszinierte auch die Gymnasiasten.

Im Deutschunterricht war die Idee entstanden, Szenen aus dem ersten Band „Harry Potter und der Stein der Weisen“ auf die Bühne zu bringen. Aber weil es in der Welt der Muggel, der Menschen ohne Zauberkräfte, keine Sprüche gibt, die bestimmte Dinge schnell erledigen, dauerte es ein knappes Jahr, bis die Siebtklässler sich vor den Augen ihres Publikums zu Zauberlehrlingen verwandeln und es mit den Gefahren des Zauberalltags aufnehmen konnten.

Vorangegangen waren Arbeiten wie das Umschreiben des Textes, für die die Schüler sogar einen großen Teil ihrer Freizeit geopfert hatten. „Das Engagement war wirklich bemerkenswert“, hebt Andrea Bernaeschek, Deutschlehrerin am Vestischen Gymnasium, hervor. Sie hat die 22 mitwirkenden Zauberer und Hexen bei ihren Proben begleitet. Unterstützt wurde sie dabei von Theaterpädagogin Daniela Posada-Bangert von der Kulturwerkstatt. Sie hatte dazu beigetragen, der Arbeit der Schüler den letzten Schliff zu geben. Bei dem großen Ehrgeiz, den die Zauberlehrlinge entwickelten, war diese Aufgabe beinahe schöner als Zaubern.

Die Arbeitsgemeinschaft bewies bei der Darstellung der einzelnen Charaktere große Fantasie. Zusätzlich verhexte die Originalmusik aus dem ersten Harry-Potter-Kinofilm die Stimmung. Und einige Zuschauer waren sich nach der Vorstellung gar nicht mehr sicher, ob da nicht doch ein bisschen Magie mit im Spiel war, denn von Lampenfieber war bei Harry und seinen zauberhaften Freunden keine Spur.

Dass der große Einsatz der Zauberlehrlinge und die vielen zusätzlichen Zauberstunden sich gelohnt hatte, zeigte der laute Applaus des Publikums deutlich.
(Christina Banner)