WAZ 30. September 2002

„Freuen sie sich, wenn ihr Kind eigenwillig ist …“

Theaterpädagogin Daniela Posada-Bangert vermittelte Kursteilnehmern Selbstbewusstsein beim Kurs „Starke Kinder“ im Integrativen Kindergarten. Gefühle beschreiben für Kinder wichtig.

Sich mit Namen vorzustellen und eine typische Handbewegung dazu zu machen, fällt den Kindern schon schwer. Unterstützend stehen die Eltern hinter ihren Sprösslingen, helfen, wenn sich die Mädchen und Jungen am liebsten verkriechen möchten. Theaterpädagogin Daniela Posada-Bangert gelang es jedoch schnell, das Eis zu brechen. Das Selbstbewusstsein zu stärken stand beim Theaterpädagogikkurs „Starke Kinder“ im Kindergarten „Vogelnest“ im Vordergrund. Posada-Bangert vermittelte Eltern und Kindern Übungen, die auch zuhause weitergeführt werden können, um die Kinder mental zu stärken.

„Schüchterne Kinder nehmen oft eine Opferrolle ein“, so Daniela Posada-Bangert. Wichtig sei es daher, dass die Kinder lernen, „Nein“ zu sagen, um sich vor Missbrauch zu schützen. Spielerisch gestärkt wurde das Selbstbewusstsein der kleinen Teilnehmer durch Zirkusspiele. Die vier bis sechs Jahre alten Kinder durften sich als Feuerschlucker betätigen. Aber auch durch Gespräche, durch Rollenspiele, Gesang und Tanz führte Daniela Posada-Bangert die Kinder en Stück des Weges hin zu einem gesunden Selbstbewusstsein.

Wichtig sei es, Gefühle zu zeigen, eigene Wahrnehmungen zuzulassen. Diese Gefühle beschreiben zu lernen, sei für die Kinder wichtig. „Ich habe ganz viel Spaß, wenn ich nachmittags spiele“, „ich bin glücklich, wenn die Sonne scheint“, beschrieben Kinder. Aber auch die Eltern kamen zu Wort: Das Gefühl, „Ich mache ein muttergrimmiges Gesicht, wenn alles schief gelaufen ist“, konnte mancher nachvollziehen.

Einen weiteren Schwerpunkt nahm das Thema „Wut“ ein. Kinder fühlen sich schlechter, wenn sie ihre Aggression nicht rauslassen können, erklärte die Theaterpädagogin. Wichtig sei nur, Dass sich diese Wut in gelenkten Bahnen, kontrolliert entlädt. Wie man mit Wut umgehen kann, wurde den Kursteilnehmern durch Rollenspiele vermittelt.

„Freuen Sie sich, wenn Ihr Kind selbstbewusst und eigenwillig ist. Auch wenn Ihr soziales Umfeld die Bezeichnung Wildfang für Ihr Kind benutzt. Fördern Sie diese selbstbewussten Züge“, gab Posada-Bangert den Eltern am Abend mit auf den Weg.
(Tanja Frohne)