WAZ 04. Juli 2002

Schüler stellen erstes Kapitel eines Märchens ins Internet
Jeder Leser kann die Science-Fiction-Geschichte fortsetzen

Es gibt noch Schulen, an denen Märchen Gestalt annehmen: Die Klasse 7d des Heinrich-Heine-Gymnasiums hat sich den Auftakt einer phantastischen Geschichte ausgedacht, die nun jeder Leser im Internet mit eigenen Einfällen fortsetzen kann und soll.

Ein Mausklick auf www.maerchentage-hhg.de befördert die Interessenten in die beiden Eröffnungsszenen einer Science-Fiction-Geschichte, die im unverdächtigen Schulalltag ihren Ursprung nimmt und dann mit Skurrilem aufwartet: Lassie, das geflügelte Mini-Pferd, trifft auf Winfried, das Monster aus einer anderen Dimension. Ein wenig bodenständiger klingt der Einstieg in die zweite Version: Als Mutprobe löst ein Schüler einen Feueralarm aus. Doch damit öffnet er ein Portal, und dahinter …

Diese Märchen-Mitmach-Aktion im Vorfeld des Märchenfestivals im September hat sich Gerd Heinemann als stellvertretender Kulturamtsleiter ausgedacht: Das Internet dient dabei als Spielwiese für kreative Schüler sowie als Kollektive Schreibebene für „Gott und die Welt“. Er lieferte den Schülern als Vorgaben Personen, Ort und Happy End, das auch im modernen Märchen Pflicht ist. Aus diesen Zutaten und viel Phantasie stellten die Schüler unter Leitung von Klassenlehrer Günter Landsberger Vorschläge zusammen und stimmten im Plenum ab: Die beiden verheißungsvollsten Eingangsszenen warten nun im Internet auf Fortsetzung.

Markus Lange-Hegermann und Phillip Frenzel aus der Jahrgangsstufe 12 richteten für die Klasse 7 die Internet-Seite ein, was ihnen die Hochachtung zumindest der Erwachsenen eintrug. Alles Weitere wird die Zukunft bringen – nach dem Motto: Es war einmal im Internet.
(mis)